Ursachen von Endometriose

Bis heute konnte die genaue Ursache der Endometriose nicht zweifelsfrei festgelegt werden. In verschiedenen medizinischen Zentren wird weiterhin nach der Entstehung geforscht. Hierzu existieren diverse Theorien. Das klinische Bild der Endometriose ist jedoch so komplex, dass keine der aktuell diskutierten Theorien es ausreichend erklären kann. Daher wird angenommen, dass hinter der Endometriose ein Zusammenspiel aus vielen verschiedenen Faktoren steht. Eine Kombination mehrerer Theorien kommt somit den wirklich ablaufenden pathologischen (krankhaften) Vorgängen am nächsten. 

Implantationstheorie 

Die Implantationstheorie, auch Transplantationstheorie genannt, besagt, dass Zellen des Endometriums (der Gebärmutterschleimhaut) aus der Gebärmutter in die Bauchhöhle verlagert werden. Dies kann durch den rückwärtsgerichteten Fluss von Menstruationsgewebe über die Eileiter erfolgen. Unterstützende Fakten für diese Theorie liegen vor. Beispielsweise haben Frauen mit einer starken und langen Menstruationsblutung auch ein erhöhtes Risiko für eine Endometriose. Bei Betroffenen mit Endometriose ist eine verstärkte Gebärmutterperistaltik mit Erhöhung des intrauterinen Drucks in der Literatur beschrieben. Die rückwärts in die Bauchhöhle gerichtete Menstruation wird in diesem Zusammenhang verstärkt. 

Metaplasietheorie

Die Metaplasietheorie basiert auf der Idee, dass Endometrioseherde aus embryonalen Zellen entstehen, die sich auf die gleiche Weise wie das Endometrium weiterentwickeln können. Die Tatsache, dass auch Männer an Endometriose erkranken können, untermauert diese Theorie. Und auch bei Frauen, die ohne Gebärmutter und damit ohne Endometrium geboren wurden, konnte schon Endometriose diagnostiziert werden.

Induktionstheorie

Die Induktionstheorie setzt sich zusammen aus der Transplantations- und der Metaplasietheorie. Wissenschaftler nehmen an, dass die rückwärtsgerichtete Menstruation embryonale Zellen stimuliert, die sich zu Endometriumzellen weiterentwickeln und außerhalb der Gebärmutter implantieren. 

Metastasierungstheorie

Erfolgt die Verschleppung von Endometrium über den Blutweg oder die Lymphgefäße, bezeichnen die Forscher dies als Metastasierungstheorie. Die Theorie hat nichts mit den bekannten Metastasen einer Krebserkrankung zu tun. Die Endometriose ist eine gutartige Erkrankung.